Capcom schickt Nintendo-Spieler auf die Jagd - auf die Monsterjagd, um genau zu sein. Monster Hunter 3 Ultimate will euch auf der Nintendo Wii U und dem Nintendo 3DS unzählige Stunden vor den Bildschirm fesseln. Ob das gelingt, haben wir mit gezückter Klinge und gewetzten Messern für euch in unserem Test zu Monster Hunter 3 Ultimte herausgefunden.
Vor allem japanische Wii-Besitzer waren aus dem Häuschen vor Freude, als Capcom vor mehr als drei Jahren exklusiv Monster Hunter Tri für Nintendos Bewegungskonsole veröffentlichte. Das bis dato Sony-exklusive Franchise konnte alleine in Japan mehr als eine Million Einheiten verkaufen und setzte sich auch im Westen ordentlich ab. Zwar waren die portablen Ableger der Serie erfolgreicher, allerdings schien die Zusammenarbeit mit Nintendo für Capcom derart lukrativ, dass man es nicht bei einem Monster Hunter-Teil beließ. In Japan erschien bereits eine Portierung für den 3DS, die es allerdings nicht nach Europa geschafft hat. Die aktuelle Inkarnation des Spiels, Monster Hunter 3 Ultimate, kommt dafür gleich auf Wii U und 3DS in die Regale der Händler.
Wer mit der Monster Hunter-Serie bereits vertraut ist, wird sich auch in Monster Hunter 3 Ultimate schnell zurecht finden. Flink sind die ersten Monster gejagt, etliche Zutaten gesammelt und die Quests erledigt. Wer dagegen neu ist in der Welt von Monster Hunter, kommt als unerfahrener Jäger nach der rudimentären Erstellung seines Charakters in ein kleines Dorf, das von einer abscheulichen Bestie bedroht wird. Der Dorfälteste schickt euch so auf eure erste Mission und schon seht ihr euch mit einem Großschwert bewaffnet den ersten Saurier erledigen. Mit mächtigen Hieben holt ihr aus und lasst eure Klinge durch die Luft fliegen. Das Monster wird von eurer Waffe getroffen, schreit vor Schmerz auf und fällt getroffen zu Boden, wo es sich vor seinem Ableben noch einmal windet. Beherzt greift ihr zur Klinge und weidet euren eben erlegten Widersacher aus. Ihr findet rohes Fleisch und steckt es in eure Tasche. Unweit der Stelle greift ihr euch noch nach ein paar heilenden Kräutern, die ihr ebenfalls in eure Objekttasche packt, bevor es zurück ins Dorf geht.
Die Waffen fallen unterschiedlich aus - nicht nur was ihre Größe betrifft.
Was dann folgt, müsst ihr euch in mühevoller Kleinarbeit selbst aneignen. Kennt ihr die Serie bereits, habt von euren Freunden davon gehört oder bereits etwas über Monster Hunter gelesen, ist die nachfolgende Prozedur recht klar. Ansonsten aber könnt ihr nur auf die kargen Infos der Dorfbewohner hoffen oder auf eigene Faust euer Glück versuchen. Denn euren Charakter selbst werdet ihr nicht wie in einem Rollenspiel verbessern können. Stattdessen ist es eure ultimative Aufgabe, den Lagiacrus zu erledigen, der das Dorf Moga in Angst und Schrecken versetzt. Natürlich ist diese Bestie zum jetzigen Zeitpunkt noch viel zu stark für euch. Daher gilt es klein anzufangen und euch erst einmal im Mogawald auf die Jagd nach den ersten Monstern zu machen, die mit eurer jetzigen Ausrüstung zu erledigen sind. Aus deren Überresten sammelt ihr Platten, Knochen, Hörner und Stacheln ein, mit denen ihr euch beim örtlichen Schmied neue Waffen und Rüstungen schmieden und bereits vorhandene Gegenstände verbessern könnt.
Auf der Jagd achtet ihr auf alle Geräusche, die ihr aus eurer Umgebung vernehmen könnt. Dort, hinter der Felsformation vor den großen Höhlen lauern ein paar Fleischfresser, Jaggis genannt. Diese sehen den aus Jurassic Park bekannten Velociraptoren nicht unähnlich, greifen ebenfalls gerne in der Gruppe an und haben verdammt scharfe Zähne und Klauen. Damit ihr auf eurer Jagd zum Erfolg kommt, empfiehlt es sich die verschiedenen Waffenklassen in Monster Hunter 3 Ultimate zu testen und euren Favoriten zu finden. Alleine damit könnt ihr ein paar Stunden verbringen, da sich die Waffentypen teils deutlich voneinander unterscheiden. Während die Doppelklingen eine flinke Art zu kämpfen darstellen mit denen ihr sehr flexibel seid, sind ihre Angriffswerte nicht gerade hoch. Das Großschwert dagegen oder die Axt sind mächtige Waffen, die enormen Schaden anrichten. Ihr solltet hier eure Angriffe aber gut planen, denn Schläge ins Leere machen euch für einige Zeit zu einem leichten Ziel.
Kampf mit den großen Bestien
Gerade bei großen Monstern empfiehlt es sich, zuerst deren Bewegungsmuster zu studieren, um dann im richtigen Moment zuschlagen zu können. Ihr lernt mit der Zeit die Schwachpunkte eurer Widersacher kennen und merkt, welchen Waffen die Riesen gegenüber anfällig sind. Ihr seid in Monster Hunter 3 Ultimate also in erster Linie damit beschäftigt, aus gefundenen Gegenständen und Überresten von Monstern neue Waffen und Rüstungen zu fertigen, damit ihr nach und nach immer größere Viecher besiegen könnt. Fallen, Betäubungsbomben, selbst gebraute Tränke und Wetzsteine, mit denen ihr während des Kampfes eure stumpf gewordene Klinge schärfen könnt, solltet ihr dabei bei eurer Jagd mit euch führen. Mit Angel, Harpune, Fangnetz und Spitzhacke bewaffnet dagegen werdet ihr vom Jäger zum Sammler und besorgt euch Rohstoffe wie Erz und Steine, fangt allerlei seltsame Käfer und Fische und könnt diese zum Handel im Dorf einsetzen.
Einige der Monster sind wahrlich riesig.
Stichwort Dorf: Auch hier gibt es viel für euch zu tun. Nach und nach bekommt ihr dort immer mehr Möglichkeiten geboten. In eurer eigenen Hütte dürft ihr in eurer riesigen Objektbox alle Gegenstände sammeln und sortieren, wobei vor allem für Neulinge anfangs die Übersicht schnell verloren geht. Legt ihr euch schlafen, könnt ihr euren Spielfortschritt speichern. Die Fischhändlerin ist eure Mittelsfrau, um die Flotte auf die benachbarten Inseln zu senden und euch Rohstoffe zu besorgen. Auf der Farm dagegen bauen pelzige Katzenwesen, Felyne genannt, für euch weitere Gegenstände an. In diesem Moment wisst ihr auch endlich, was ihr mit dem vorher eingesammelten Dung anstellen könnt - er kommt als eine Art Katalysator für eine bessere Entwicklung der Rohstoffe aufs Feld. Während also nach und nach mehr Dorfbewohner euch ihre Hilfe anbieten - auch der Sohn des Dorfältesten hat bald ein weiteres Lager als Ausgangspunkt für Quests wieder aufgebaut - erkundet ihr die Umgebung. Mit der Erfüllung von weiteren Quests werden immer neue Areale zugängig, ihr findet neue Rohstoffe und erledigt so stärkere Monster.
Schatten...
Das Konzept des Spiels sollte soweit klar sein. Wenn ihr euch über Stunden hinweg für derartige Aufgaben motivieren könnt, ist Monster Hunter 3 Ultimate das perfekte Spiel für euch. Denn dann stört ihr euch sicherlich nicht an den vielen Kleinigkeiten, die Capcom hätte besser machen können. Das fehlende Tutorial ist für euch genauso unwichtig wie eine generell logisch aufgebaute Story. Ihr kümmert euch nicht darum, dass die Verwaltung der Menüs gerade in den ersten Spielstunden euch vor einige Rätsel stellt, bis ihr euch darin zurecht findet. Euch macht es auch nichts aus, dass selbst auf der Wii U die Areale immer noch aus sehr kleinen Gebieten bestehen, die einzeln geladen werden und somit immer wieder eine kurze Unterbrechung des Spiels darstellen. Ihr seht es als taktischen Rückzug an, wenn ihr so einem Monster im Kampf kurzfristig entkommen und euch heilen könnt, anstatt zeitgemäß in einer großen Welt eure Umgebung als Deckung zu nutzen. Und dass die Wii U-Version des Spiels zwar in HD-Auflösung daher kommt, die Texturen aber in der Regel nur hochgerechnet wurden, ist für euch auch nicht weiter tragisch. Selbst an den etwas antiquierten Animationen und den mitunter etwas kargen Umgebung stört ihr euch nicht.
...und Licht
Dafür werdet ihr mit einem riesigen Umfang belohnt. Fans können ohne Probleme mehrere hundert Stunden mit Monster Hunter 3 Ultimate verbringen. In Sachen Umfang hat Capcom nämlich bei der überarbeiteten Portierung noch einmal einen Batzen drauf gelegt. So bekommt ihr nicht nur drei neue Jagdgebiete, sondern auch mehr Monster, mehr Waffen und weit mehr als 100 neue Quests spendiert. Wer nicht gerne alleine auf Monsterjagd geht, darf auf der Wii U auch mit Freunden nach den gefährlichen Bestien jagen. Ihr tut euch in Gilden zusammen, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Dank dem eingebauten Mikro im GamePad der Wii U, könnt ihr eure Taktik jederzeit per Voice Chat absprechen. Arbeitet ihr in der Gruppe nicht gut zusammen, dürfte es vor allem gegen die größeren Brocken mitunter recht schwer werden. Immerhin segnen die Urviecher in Monster Hunter 3 Ultimate nicht nach nur ein paar wenigen Schlägen das Zeitliche, sondern wollen geschwächt und mit gezielten Treffern beharkt und letztlich erlegt werden. Trotzdem scheinen die Untiere etwas schwächer geworden zu sein als im Original der Wii-Version, was euch schneller zum Erfolg kommen lässt.
Die Umgebungen sind durchaus Abwechslungsreich.
Wer über Kumpels mit einem 3DS verfügt, darf diese übrigens auch zum lokalen Mehrspieler-Modus einladen. Habt ihr selbst einen 3DS und euch dafür ebenfalls Capcoms Monsterjagd geholt, dürft ihr sogar per Datenaustausch euren Spielfortschritt auf den Handheld übertragen und könnt beispielsweise in der Bahn mobil genau an der Stelle weiter auf Jagd gehen, wo ihr am Vorabend auf der Wii U aufgehört habt. Wer sich für die speziellen Features der 3DS-Version interessiert, darf sich gerne unseren 3DS-Test zu Monster Hunter 3 Ultimate zu Gemüte führen. Auf der Wii U hat sich Capcom jedenfalls durchaus Mühe gegeben die Features von Nintendos neuer Konsole zu nutzen. Auf dem Touchscreen des GamePads lassen sich die einzelnen Menüs nach Belieben anordnen und sogar das komplette HUD verschwindet auf euren Wunsch hin vom TV-Bildschirm. Dank eines Updates dürft ihr sogar das gesamte Spielgeschehen auf das Pad verlegen und so ohne TV-Bildschirm zocken, sofern ihr dafür im Gegenzug auf die Touchscreen-Extras verzichten könnt.
Monster Hunter ist eine Serie, die eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht und die nicht jeder lieben wird. Nehmt ihr euch die Zeit, gebt ihr dem Spiel eine Chance und seht ihr über die technisch eher schwache Präsentation hinweg, werdet ihr mit Freude unzählige Stunden in das komplexe Crafting-System, das Sammeln von Gegenständen und das Jagen von Monstern investieren. Mit Freunden zusammen macht Capcoms Monsterjagd übrigens ebenfalls viel Spaß. Monster Hunter 3 Ultimate glänzt durch seinen Umfang, ist für Fans sicherlich die ultimative Version des Spiels und für alle anderen nüchtern betrachtet immer noch ein toller Titel, der mit ein paar weniger Macken sicher das Potenzial zum ganz großen Hit auf der Wii U gehabt hätte.
Sehr gut
„Umfangreiche Monsterjagd, die auch online überzeugt, aber mit einigen technischen Makeln zu kämpfen hat.“
Alexander Geisler
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Datum: | 24.04.2013, 11:31 Uhr |
Autor: | Markus Schnittka |
Themen: | Wii U |